„Für unsere zahlreichen Stammgäste sind die Bräustuben ein Ort der Glückseligkeit.“ Das sagt der Wirt über die Augustiner Bräustuben in der Landsberger Straße. Einer der Kellner hat sich das offensichtlich sehr zu Herzen genommen: Adel, wie eine Wäscheklammer am Hemd verrät, kann es einfach nicht lassen, jede Bestellung oder Bemerkung der Gäste auf eine offensive, versucht-humorvolle Art zu kommentieren. Beispiel gefällig? Man bestellt höflich einen Schweinebraten – Adel kläfft zurück: „Vom Rind oder vom Kalb?“ Antwort: „Einen Schweinebraten“. Reaktion: „Vom Rind oder vom Kalb?“ Das geht dann noch einige Male hin und her, bis Adel das Ganze mit einem Grinsen beendet. Ist das bayerischer Humor? Vielleicht – aber Adel ist offensichtlich gar kein Bayer! In Kenntnis des tunesischen Fußballers Adel Chedli (der in der vergangenen Saison leider den Durchbruch beim 1. FC Nürnberg nicht geschafft hat) bezeichne ich ihn auch als Tunesier – Verzeihung, falls das nicht stimmt. Jedenfalls ist das wohl ein gutes Beispiel für eine Reaktion auf den Kulturschock, den ein Mensch aus einem anderen Kulturkreis in einer Münchner Bierstuben zwangsweise erleben muss.
Warum ich diesen Adel so ausführlich erwähne? Weil meine Erinnerungen an den Besuch der Augustiner Bräustuben zu 99 % an ihn geknüpft sind. Die restlichen 1 % bestehen aus einem sehr guten und günstigen Schweinebraten (6,80 Euro) und der Überzeugung, dass das Lokal eine echte Alternative für die Mittagspause darstelt. Beim Zahlen bemerkt Adel ganz nebenbei: „Der Kellner nervt, oder?“ Spätestens da merkt man, dass die Augustiner Bräustuben ohne ihn nur halb so schön wäre…
INFO
Speisekarte, Preise und Bilder gibts hier: http://www.braeustuben.de

5 comments
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23. Februar 2007 um 6:39
mitesser
Im BR-näheren Augustiner ist der Oberkellner vom Dialekt her Österreicher. Zwar voll nett, aber fünf Minuten ohne Bier lässt er Dich nicht da sitzen. Über eine andere Preisklasse reden wir in dieser touristisch attraktiven Lage natürlich auch. Unten im Gewölbe herrscht dafür wirklich eine außergewöhnliche Stimmung – nicht so bierhallenmäßig wie über die Hackerbrücke drüber. Und der Biergarten hat’s natürlich sowieso in sich. Da lässt sich die Brotzeit auch schnell vorher beim Rewe kaufen. Der Sparfuchs geht sogar zu Aldi
Augustiner Arnulfstraße – eingekreist von BR, WWK, Telekom und Zirkus Krone
23. Februar 2007 um 7:06
Frust-Fresser
Hoi, ich hab’ gedacht, dass eigentlich nur die bayerische BEDIENUNG etwas derb ist. Der Kellner auch????
Warum die bayerische Bedienung so ist, wie sie ist, steht ganz nett beschrieben auf BR-ötchengebers Website
23. Februar 2007 um 7:09
sparfuchs
Unbedingt zu testen wäre bei nächster Gelegenheit der Kaiserschmarrn für 4,50 – der damit nur knapp über BR-Kantinenpreis (immerhin nicht gerade schlappe ca. 3,80) liegt – ob er geschmacklich mit diesem der wenigen Eurest’schen Highlights mithalten kann … Mehr dazu bald.
23. Februar 2007 um 7:15
mittagessen
Hmm, also die Kässpatzen – mit Salat für sensationelle 4,90 (noch vor der MWSt-Erhöhung ausgetestet) – schmecken leider erst nach drei Bier. Ich glaub, mit dem Kaiserschmarrn wird es nicht anders sein … Da sollte man dem BR treu bleiben!
4. Februar 2008 um 4:41
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