„Für unsere zahlreichen Stammgäste sind die Bräustuben ein Ort der Glückseligkeit.“ Das sagt der Wirt über die Augustiner Bräustuben in der Landsberger Straße. Einer der Kellner hat sich das offensichtlich sehr zu Herzen genommen: Adel, wie eine Wäscheklammer am Hemd verrät, kann es einfach nicht lassen, jede Bestellung oder Bemerkung der Gäste auf eine offensive, versucht-humorvolle Art zu kommentieren. Beispiel gefällig? Man bestellt höflich einen Schweinebraten – Adel kläfft zurück: „Vom Rind oder vom Kalb?“ Antwort: „Einen Schweinebraten“. Reaktion: „Vom Rind oder vom Kalb?“ Das geht dann noch einige Male hin und her, bis Adel das Ganze mit einem Grinsen beendet. Ist das bayerischer Humor? Vielleicht – aber Adel ist offensichtlich gar kein Bayer! In Kenntnis des tunesischen Fußballers Adel Chedli (der in der vergangenen Saison leider den Durchbruch beim 1. FC Nürnberg nicht geschafft hat) bezeichne ich ihn auch als Tunesier – Verzeihung, falls das nicht stimmt. Jedenfalls ist das wohl ein gutes Beispiel für eine Reaktion auf den Kulturschock, den ein Mensch aus einem anderen Kulturkreis in einer Münchner Bierstuben zwangsweise erleben muss.

Adel verpflichtet?!Warum ich diesen Adel so ausführlich erwähne? Weil meine Erinnerungen an den Besuch der Augustiner Bräustuben zu 99 % an ihn geknüpft sind. Die restlichen 1 % bestehen aus einem sehr guten und günstigen Schweinebraten (6,80 Euro) und der Überzeugung, dass das Lokal eine echte Alternative für die Mittagspause darstelt. Beim Zahlen bemerkt Adel ganz nebenbei: „Der Kellner nervt, oder?“ Spätestens da merkt man, dass die Augustiner Bräustuben ohne ihn nur halb so schön wäre…

INFO

Speisekarte, Preise und Bilder gibts hier: http://www.braeustuben.de

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