Chips sind überflüssige Kalorien. Normalerweise. Hier geht es allerdings um eine Chipkarte, die die die Mittagspause eher verkompliziert als revolutioniert. Dazu gleich mehr. Vorher ein Disclaimer: Super – endlich mal wieder eine Location mit Pressetext. Um jeden Schleichwerbungsvorwurf gleich zu entkräften. Der Pressetext wird eingerückt zitiert und dann passagenweise ins rechte Licht gerückt. Und los.

Ein Restaurant, das mit frisch vor den Augen des Gastes zubereiteten Köstlichkeiten aus der italienischen, mediterranen und asiatischen Küche ein neues Ess-Vergnügen bereitet.

Klingt nicht nur lecker, sondern schmeckt auch!

Das besondere bloom-Konzept basiert neben der Frische der Speisen vor allem auf der Selbstbestimmung und Freiheit des Gastes.

Auch das klingt umwerfend. Aber hinterher ist man immer klüger. Und weiß, warum Rainer von Vielen „RFID no!“ rappt. Denn die Umsetzung dieses Konzepts sieht so aus:

Beim Betreten des Restaurants bekommt der Gast eine Chipkarte. Durch diese kann er sich frei bewegen und ist an keinen festen Platz gebunden […]Beim Verlassen bezahlt man einfach und schnell am Empfangscounter.

Beim Original, dem gast im Gasteig mag dieses chipkartenbasierte Bezahlsystem ja sinnvoll sein, die neue Filiale ist dafür aber einfach zu klein. Denn der Chipkarten-Inhaber kann sich nicht an unzähligen Ständen anstellen, sondern gerade mal am Essenszubereitungscounter oder an der Bar. Rätselhaft, warum dafür eine Chipkarte nötig ist. Die Kassiererin (ach ja, da musst Du Dich auch noch anstellen) räumt denn auch ein, dass besonders viele Gäste schlicht vergessen, die Karte abzuliefern und zu bezahlen.

Wer Pizza ordert (die sehr ordentlich, vor allem für Knusperrandfreunde), muss sich mit einem zweiten Restaurantbestellvorgangsautomatismus anfreunden: einer Art Pizza-Piepser. Surrt und blinkt, sobald die Pizza fertig ist. (Es passt offenbar nur eine in den Ofen.) Sieht aus, wie ein Stück Pizzahut-Pizza aus Vollplastik.

Botanic WaterBotanic WaterWir testeten drei Tagespizzen, zu denen für insgesamt 7,50 Euro neue Getränkekreationen von Carpe Diem (Kombucha-in-Flaschen-Abfüller) kredenzt wurden, die sonst 3,50 Euro kosten sollen: Botanic Water, entwickelt „in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Botanik,Wien“. Neun Pflanzenextrakte sind drin – allerdings in fast schon homöopathisch niedriger Dosis: 0,02 Prozent – und zwar für alle neune zusammen! Auch echt interessant: Carpe Diem kommt von einer Tochterfirma von Red Bull, was nicht auf der Flasche steht.

Dieser lange Exkurs zeigt schon: Es verging ziemlich viel Zeit, bis und der Pizza-Piepser endlich mal alarmierte. Dabei hatten wir schon initial ziemlich lange am Essenscounter gewartet. Lustigerweise piepste das zuerst ausgegebene Gerät zuletzt – zehn Minuten nach den später ausgegebenen Piepsern. Vielleicht das nächste Mal doch lieber Fish & Chips statt Pizza & Chips? Und keine überflüssigen Kalorien aus dem Botanic Water – letzteres auf keinen Fall mehr!

Preis-Checker

Mit Tagesgericht (inkl. Getränk 0,4 bzw. 0,5 Liter) und Espresso um die zehn Euro. Ansonsten deutlich darüber: Hauptgerichte solo zwischen 5 und 8,50 Euro.

Ex-Location

Wir haben das bloom in der Bayerstraße 2 unter die Lupe genommen. Dort hat es Anfang 2008 dicht gemacht und soll Mitte des Jahres am St.-Jakobs-Platz wiedereröffnen.
www.bloom-kitchen.de

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